Die Matrix, verspielt: Authentische Begegnung & Impro Theater, 22. April

Von Uwe Franz

Donnerstag, 18. April 2019 von 19:00 bis 21:30, Bülowstraße 17, 10783 Berlin

Ein 14-tägliches, freies Labor, um auf Basis authentischer Kommunikation, und mittels Impro Theater, tiefere Begegnung, unsere gesellschaftlichen Rollen und Trancen, und den ewigen Tanz von Nähe & Dis-Tanz ernsthaft spielerisch zu erkunden.

Eine gemeinsame spirituelle Praxis der anderen Art! Neo meets Pippi!

Details

Max. 10 Teilnehmer. Bitte meldet euch per PN über Facebook bei mir an!
Nicht auf Facebook? Melde dich per Email an: mtac@gmx.de
Beitrag: Je nach Anzahl, 5-7€ für die Raummiete.

Ich freue mich auf euch!

Und daraus darf gern eine fortlaufende Reihe 14-täglicher oder monatlicher Gruppen entstehen.

Wenn es auf Resonanz trifft möchte ich ab und an den geschützten Rahmen verlassen und ein Treffen in öffentlichen Räumen ansetzen, um noch näher am Alltag zu sein.
Denkbar ist auch, Szenarien aufzusuchen, die uns aktivieren und herausfordern, bspw. eine Open Mic Nacht.

Warum?
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Ehrlichkeit und nach und nach authentischer miteinander werden sind mehr als schöne Gesten!
Wir betreiben seit Kindertagen unbewusst einen enormen Aufwand, anerkannt, bestätigt, akzeptiert, angenommen zu werden, oder einfach: Wir wollen gesehen und geliebt werden!
Wir bekleiden buchstäblich zwei konfligierende Vollzeit Jobs. Den, wir selbst zu sein und für unsere Bedürfnisse und Grenzen einzustehen, und den, uns einzupassen und vorzugeben, jemand anders zu sein, um dazuzugehören. Je nach Kontext füllen wir dazu viele Rollen aus.

Wenn wir diese gebundene Energie und Aufmerksamkeit zunehmend freisetzen, wir selbst zu sein, für tiefe Kooperation, Solidarität und zu lieben, wird nicht nur unsere eigene Welt weiter und auf kraftvolle Art weicher. Es entsteht auch fühlbar mehr Platz und Mitgefühl, den Menschen, die uns nahe sind und denen um uns, tiefer zu begegnen.

Wie: Circling – authentische Begegnung
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Circling, entstanden aus der Integralen Bewegung um Ken Wilber, ist eine erstaunlich simple Praxis sich zu verbinden, indem wir uns transparent machen dadurch, dass wir wiederholt Gefühle, Körperempfindungen und wesentliche gedankliche Assoziationen und Annahmen (im Kontrast zu einer Anhäufung nicht hinterfragter Vorstellungen und Narrative) mitteilen, die im Kontakt lebendig werden, aber gewöhnlich ignoriert oder abgetan werden, aufgrund gesellschaftlicher Tabus. Jene welche die immer bereits bestehende Bezogenheit unserer Körper und unseres sozialen Nervensystems, den Impact, den wir unvermeidlich aufeinander haben, zu spüren und zu benennen, in den Kontakt zu bringen.
Übt man das zusammen und mit sanfter Konsequenz, berührt man sich gegenseitig erstaunlich schnell weit unterhalb des Alltäglichen.
Oder anders gesagt, man lernt sich tief zu entspannen im Kontakt mit anderen, weich, berührbar zu werden und die eigene Kraft zu spüren, die man sonst darin investiert, ein Selbstbild aufrecht zu erhalten.

Mit etwas Übung wird daraus eine gemeinsame Basis, zu der man in bedeutsamen Momenten immer wieder zurückkehren kann, um sich selbst und die Verbundenheit schnell wiederzufinden und zu ermessen, was gerade wesentlich ist und was nur Ersatz für unausgesprochene Bedürfnisse.

Wie: Impro, Aufstellungen, innere Anteile
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Auf dieser Basis aufgesetzt, wird Impro Theater zum idealen Tool, die alltäglichen Rollen mit ihren Eigenheiten, Gaben und Engpässen in verkörperter Aktion gemeinsam greif- und fühlbar zu machen in ihrer Begrenzung und über lange Gewohnheit vergessenen tieferenen Motivation. Ungelöste und unerlöste Situationen können gemeinsam angeschaut werden, um das Geschenk darin zu würdigen und mit Freiheitsgraden spielen zu lernen, den Raum in den Rollen und ihrer Peripherie gemeinsam und spielerisch zu entdecken/aufzudecken und zu weiten.
Missgeschicke werden gemeinsam gefeiert, und man lernt, Ja zu sagen zur Situation und die Impulse der Mitspieler aufzugreifen, die Schönheit darin zu bemerken und damit zu arbeiten, statt ihnen energetisch unbewusst Widerstand zu leisten.

Schnappschüsse und Standbilder solcher Situationen unseres Alltags können als Aufstellung oder Psychodrama aufgefasst werden, vor- und zurückgespult, editiert und mit dem Instrumentarium der Aufstellungsarbeit bearbeitet.

Metaphern wie Inneres Team, Innere Familie, Inneres Parlament und innerer Kindergarten können mittels Interventionen aus der Arbeit mit Inneren Anteilen, Einblick in das Innenleben dieser Rollen und Charaktere geben durch Ausdifferenzieren der beteiligten Kräfte, die sonst kaum bewusst zu inneren Konflikten gerinnen.
Bewusstsein und Wertschätzung für ihre über Jahrzehnte gewachsene Komplexität, die Brüche, die Tiefe und innere Logik bringt Bewegung in die oft erstarrte Dynamik.

Das alles sind Optionen, die wir über die Treffen ganz langsam wie ein Menü auffalten. Mir ist ein Tempo wichtig, das alle mitnimmt und Gelegenheit gibt, das Gelernte und Erfahrene zu verinnerlichen.
Das Bild einer Karawane trifft es ganz gut: Wer oder was braucht gerade am meisten Aufmerksamkeit? Solidarität, ein anderes Wort dafür.

Was?
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Am Ende des Tages sind innere und äußere Systeme untrennbar!
Nachhaltige Transformation braucht ein nachhaltiges Lebensumfeld, das sprichwörtliche Dorf, nicht nur um ein Kind großzuziehen sondern eine einzige Partnerschaft zu halten und begleiten, und überhaupt alle länger währenden persönlichen und kollektiven Unterfangen.

Auch darüber würde ich gern einen Dialog mit euch beginnen! Was bedeutet Gemeinschaft, wie kann das für jeden von uns aussehen. Gemeinschaft als Spektrum begriffen von einem losen Netzwerk, bis hin zum gemeinsamen Wohnprojekt.

Leben kann soviel mehr sein. Vielleicht sehen wir zwischendurch einfach auch mal inspirierende Filme an wie:
“Der Club der toten Dichter”
“Und täglich grüßt das Murmeltier” oder “Edge of Tomorrow”
“Pay it forward!”

Kurz zu mir
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Ich habe mich mich über viele Jahre mit den Themen persönliche Transformation, wach sein und Gemeinschaft auseinandergesetzt, Trainings in der Arbeit mit Inneren Anteilen durchlaufen (VoiceDialogue, Ego-State Therapie, Inneres Team).
Tools der authentischen Begegnung, wie Circling, Gewaltfreie Kommunikation und Radikale Ehrlichkeit gehören zu meinem Repertoire.
Unterm Strich halte ich Modelle und Methoden für hilfreich, doch meine tiefe Sympathie gilt dem Motto “Beziehung statt Erziehung”. Immer mehr lernen, Mensch zu sein mit Menschen. Die Konzepte nicht vergessen aber letztlich beiseite tun, um sich und einander immer weniger gefiltert jeden Tag neu zu begegnen. Dafür stehe ich!

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