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Ben Pavlidis: Ecstatic Dance und Radical Flow

Lieber Ben, warst du schon mal auf der Farm?

Nein, ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, die Farm persönlich zu besuchen. Ich kenne sie jedoch aus Erzählungen und habe bisher nur Positives gehört. Daher bin ich sehr gespannt und freue mich darauf, sie kennenzulernen.

Was wirst du auf dem Farmfestival anbieten?

Ich werde einen Ecstatic Dance auflegen und einige Lieder aus meinem neuen Album live singen. Ich bin seit 30 Jahren als Musiker tätig und bringe all mein Wissen und meine Erfahrung in diese Dance Journeys ein. Zudem werde ich einen Radikal-Flow-Workshop anbieten. Da ich mich seit vielen Jahren mit Bewegung, Tanz und Körperarbeit beschäftige, habe ich diese Elemente mit Musik und Körperbewusstsein in ein eigenes Format integriert, um Menschen zu helfen, in einen Flow-Zustand zu gelangen.

Was ist dein beruflicher Hintergrund, lebst du von der Musik?

Seit meinen frühen Zwanzigern lebe ich vom Musikmachen, insbesondere von Live-Auftritten, und seit acht Jahren auch vom DJ-ing. Ich habe verschiedene Projekte und sehe mich als Künstler in unterschiedlichen Rollen: als Produzent, Songwriter, Sänger und seit acht Jahren auch als DJ. Parallel zu meiner musikalischen Laufbahn habe ich mich intensiv mit meinem Körper beschäftigt: jahrelang mit Capoeira, HipHop-Tanz, Atemarbeit und Objektmanipulation wie mit Stäben oder Bällen. Im Freestyle-Rap habe ich begonnen, Flow-Zustände zu erforschen, und übertrage diese Erkenntnisse nun auch auf die körperliche Ebene.

Ist DJ-ing für dich ein kreativer Prozess so wie das Komponieren von Musik, siehst du es als echtes Musikmachen an?

Ich habe über 20 Jahre lang nur meine eigene Musik gemacht. Mit dem Auflegen kam eine lange Phase des Inputs, nachdem zuvor eine lange Phase des Outputs vorherrschte. Nun vermischt sich beides. Auflegen ist für mich wie Musikmachen, denn man hört sehr viel Musik. Nur ein Bruchteil davon wird tatsächlich aufgelegt. Ich habe so viel Musik auf meinem Rechner, die ich liebe, aber niemals auflegen werde. Man muss immer genau beobachten und hören, wann welche Musik passt. Der Prozess ist komplett unterschiedlich. Als DJ habe ich einen Musikgeschmack, den ich in meinen Sets bündele. Als Künstler drücke ich mich aus und bin oft selbst überrascht, was dabei herauskommt. Daher sehe ich DJ-ing definitiv als einen kreativen Prozess und als eine Form des Musikmachens an.

Was ist für dich der Unterschied zwischen Sex und Musik?

Der Unterschied zwischen Sex und Musik ist enorm und schwer zu greifen. Die einzige Parallele, die ich ziehen kann, ist das Zuhören. Aber das gilt wohl für alle Bereiche des Lebens. Zuhören und Lernen sind wesentliche Künste.

Gibt es etwas, das du in beiden Bereichen noch unbedingt erleben möchtest?

Musikalisch strebe ich danach, stets neue Ausdrucksformen zu finden und inspiriert zu bleiben, was mir bisher immer gelungen ist. Ich würde mir wünschen, mehr Zeit zum Üben von Instrumenten zu finden – sei es Gitarre, Klavier, Schlagzeug oder vielleicht ein Instrument, das ich noch gar nicht kenne. Die Räume, in denen ich übe, sind für mich Kraftorte. Was das Ausleben meiner sexuellen Bedürfnisse betrifft, habe ich bereits viele Erfahrungen gesammelt. Es gibt noch einige Fantasien, die unerfüllt sind, aber meine bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die Dinge, die mir wirklich Freude bereiten, oft unerwartet kommen. Diese überraschenden Momente haben mir geholfen, neue Aspekte meiner selbst zu entdecken und viel Freude zu empfinden.

Hast du ein persönliches Motto?

Flow Radical. Stay Open. Be Flexible. Always Listen.

Vielen Dank, Ben. Wir sehen uns auf dem Farmfestival.


Alles über das Festival hier